Das war unsere Woche mit dem Team aus Übersee - ein ausführlicher Bericht

So fing es an:

Nach Tagen mit so vielen Eindrücken und neuen Bekanntschaften, nach einer Zeit, in der Gott auf so vielfältige Weise gewirkt und viel gesegnet hat, weiß ich gar nicht so recht, wo ich anfangen soll mit berichten. Ich versuchs erstmal der Reihenfolge nach.

Am Donnerstag, den 2.8.12 war es soweit. Ryan O. Jacob und Jillian Austin aus New York kamen am Flughafen Tegel an. Helge holte sie dort ab und brachte sie zu uns (Kunzes) nach Hause, wo die beiden für die nächste Woche wohnen sollten. 

Am Samstag trafen sich dann in Guben in der Friedenskirche Geschwister aus allen 3 Städten, in die Teile des Teams entsendet wurden, um gemeinsam ein Seminar zum Thema "Jüngerschaft" zu verleben. Nach einem einstündigen Auftakt mit Andacht, Grußworten, Gebet und Liedern in Deutsch, Polnisch, Englisch und Suaheli haben Pastor Smith, der Teamleiter aus St. Vincent und Ryan Jacob zum Thema gesprochen. Die Hauptbotschaft der Referate war, dass Kirche Jesu Christi nicht nur den Auftrag hat, das Evangelium allen zu verkünden, sondern auch den, die zu Jüngern zu machen, die Jesus als Erlöser angenommen haben. Es ging um die Grundlagen dieses Auftrages, das "Wie?" und das "Wozu eigentlich?".

Gegen Mittag war das Seminar zu Ende und die Schar setzte sich mit Autos, mit Fahrrad und zu Fuß in Richtung "Betlejem"-Gemeinde in Gubin in Bewegung. Dort feierten wir bis Abend gemeinsam ein Gemeindefest mit abschließendem Gottesdienst.

Sonntag Abend gingen dann die Verkündigungsgottesdienste in Forst und Guben los. Bei uns in Forst fanden diese immer unter freiem Himmel neben der zentralen Nikolaikirche auf dem Marktplatz statt. 

Evangelisation-Tag 1 - Sonntag, den 5.8.:

Nun war es also soweit. Es war Sonntag. Ab 17 Uhr hatten wir vor, mit einem kleinen Straßenchor da hin zu gehen, wo Menschen sind, um für den Gottesdienst um 19 Uhr Werbung zu machen. Es war also gegen 16:45 und ich war mit den Gästen zusammen auf dem Weg zum Treffpunkt an der Nikolaikirche.

Zu meiner großen Freude hatten sich dort schon einige Leute versammelt. Darunter waren nicht nur die Sänger, sondern auch einige junge Leute, die uns später beim Aufbau für die Abendveranstaltungen helfen wollten. Erste Lieder und Reinhards Gitarre waren schon von weitem zu hören. Das machte Mut und strahlte irgendwie was sehr lebendiges aus.

Leider haben wir mit dem Straßenchor dann fast niemanden in der Stadt angetroffen. Die Straßen waren fast menschenleer. An einer Eisdiele fanden wir dann doch ein paar Leute und sangen für sie ein paar Lieder zur Gitarre. Sonderlich Erfolg hatte der anschließende Versuch, Leute persönlich einzuladen zunächst nicht, da wir es mit eingefleischten Atheisten und einer Gruppe rechtsnational eingestellter Jugendlicher zu tun hatten, aber die kurzen Gespräche haben uns zumindest Aufschluss darüber gegeben, mit welchen Sichtweisen wir im Extremfall konfrontiert werden.

Wieder zurück auf dem Marktplatz an der Kirche waren dann auch schon weitere Helfer vor Ort und innerhalb einer Stunde waren Stühle gebaut und gestellt, die Anlage und die Instrumente aufgebaut und eingestellt und langsam trudelte dann auch der Rest des Teams und zuletzt die Musiker ein.

Punkt Sieben gings mit 7 Glockenschlägen der Kirchturmuhr los.

Der Gottesdienst war eine runde Sache. Die Band hat trotz nur einer Probe sehr schön gespielt. Netti hat spontan etwas von ihren Erlebnissen mit Gott erzählt. Ryan hat zu der Frage gesprochen, wie Gott seine Liebe zu uns gezeigt hat und auch heute immer wieder zeigt und wir hatten eine Segnungszeit, in der wir für mehrere ganz persönliche Anliegen von Gästen beten durften. Unter anderem bat eine Freu um Gebet, da sie wegen Krebsverdachts zu einer Untersuchung musste. Preis dem Herrn, die Untersuchung erbrachte eine harmlose Zyste.

Nach dem Gottesdienst hatten Yvonne, Mike und Anna einen Imbiss vorbereitet. Bei Stullchen, Würstchen und einem total leckeren Nudelsalat sind wir dann noch mit den Gästen ins Gespräch gekommen und hatten eine gute Zeit miteinander.

Evangelisation-Tag 2 - Montag, den 6.8.:

Am Vormittag wollte ich Ryan und Jillian eigentlich unsere Stadt zeigen, aber wir kamen nicht weit und trafen Pfarrer Gert Zenker, welcher uns kurzerhand zu sich in die Räume der Herrnhuter Brüdergemeine einlud. Ich habe gelernt, dass die Herrnhuter auf Englisch "Moravian Church" heißen und es stellte sich heraus, dass Jillian ihre Kindheit in einer Gemeinde der Herrnhuter Brüder in Britisch Guyana verbrachte.

Da es stark zu regnen begann wurde aus der Stadtbesichtigung dann nichts mehr.

Pünktlich zu Beginn des Aufbaus für Abend verzogen sich die Wolken dann und kurz bevor der Gottesdienst begann, kam dann auch die Sonne raus.

Um sieben war dann wieder Gottesdienstbeginn. Das Thema des Abends war "Warum brauchen wir Jesus und warum denken viele, dass sie ihn nicht brauchen?". An diesem Abend hatten wir die geringste Besucherbeteiligung, dafür sind aber tiefe seelische Wunden bei Gästen sichtbar geworden. Wir beteten für Heilung an Leib und Seele.

Nach dem Gottesdienst vertraute sich einer der Gäste Ryan und mir mit etwas sehr persönlichem an. Er gestand uns, vor vielen Jahren sein Leben durch eine leichtfertige Redeweise in die Hände Satans gelegt zu haben und beschrieb uns, wie sein Leben seitdem von der Anwesenheit von Dämonen bestimmt wird. Wir erklärten ihm, dass Jesus den Sieg über alle Mächte der Finsternis längst am Kreuz errungen hat und dass auch er diesen Sieg für sich in Anspruch nehmen kann, wenn er sich Jesus anvertraut. Wir beschlossen, am nächsten Tag für seine Freisetzung zu beten und baten ihn, am nächsten Abend wiederzukommen.

Evangelisation-Tag 3 - Dienstag, den 7.8.:

Am Dienstag Nachmittag besuchten wir - Yvonne, Rene, Ryan, Jillian und ich - gemeinsam das Asylbewerberheim in Forst. Zunächst gingen wir durch das Haus um die Bewohner zu 15 Uhr in den Klubraum einzuladen, wo wir mit allen gemeinsam über ihre Situation, ihren Glauben, ihre Sorgen reden und von Jesus erzählen wollten.

Schon beim Rundgang durchs Haus ergaben sich einige gute Gespräche. Ein sehr nettes Mädchen hat mich gleich mit Cola bewirtet und mir Löcher in den Bauch gefragt über Gott, Jesus und woran ich glaube. Sie hatte bis dahin offensichtlich nur die Lehre der Zeugen Jehovas gehört und war sehr überrascht, wieviel ich als einer, der nicht zu ihnen gehörte über Jesus und über Gott erzählen konnte. Ihr Vater kam mit allen Kindern am Abend zum Gottesdienst. Darüber hatte ich mich sehr gefreut.

Kurz nach 15 Uhr trafen wir uns dann im Klubraum mit Iman aus meiner Gemeinde, einigen Christinnen aus Kenia und einem jungen Syrer, der bis dahin ebenfalls nur durch die Zeugen Jehovas gelehrt wurde und nun freudig der guten Nachricht lauschte. Wir schenkten ihm ein neues Testament und legten ihm noch einen Abschnitt zum lesen ans Herz. Wir beteten für ihn und segneten ihn.

Wir sangen alle zusammen englische Hymnen zu Gottes Ehre und ermutigten uns im Glauben durch die Schrift und durch Gebet. Gegen halb fünf verließen wir das Heim mit vielen Eindrücken und mit der Erkenntnis, dass es hier für uns Christen viel zu tun gibt, dass die Menschen hier Dienste der Nächstenliebe und das unverfälschte Evangelium von der Versöhnung mit Gott in Jesus Christus sehr nötig haben.

Die Vorbereitung zum Abendgottesdienst hatte jetzt, am dritten Tag schon etwas routiniertes. Mich bewegte am meisten, ob wohl der Gast von gestern wiederkommen würde, damit wir in im Namen Jesu frei setzen könnten. Zu Anfang sah es nicht danach aus. Die Uhr schlug sieben, die ersten Lieder waren bereits gesungen, Ryan predigte darüber, warum Menschen Gott oft gar nicht erst suchen, darüber, dass die Welt uns so sehr einredet, dass es keinen Gott gibt und dass eine Suche nach ihm Zeitverschwendung wäre, dass viele dem ungeprüft glauben. Er zeigte, dass es heute keine Computer geben würde, wenn es nicht Leute gegeben hätte, die nach Möglichkeiten, einen solchen zu bauen gesucht hätten, obwohl alle Welt zu ihrer Zeit sagte "So etwas gibt es nicht und wird es nicht geben.". Er ermutigte dazu, nach Gott zu suchen, damit man Jesus findet und so das größte, was ein Mensch je finden kann - größer als die genialste Erfindung der Welt.

Ich hoffte immer noch, dass der Mann kommen würde, dessen Befreiung mir so am Herzen lag. Ich fragte Mike, weil ich wusste, dass er ihn gut kannte und sicher eine Handynummer von ihm hatte. Mike rief bei ihm an und pünktlich als Ryan die Einladung aussprach, nach vorn zu kommen und für sich beten zu lassen war er da und kam nach vorn. Für gewöhnlich waren bei den Segnungen zwei vom Team und mehrere Gäste vorn. Nun war es anders. Ein Gast war in diesem Moment umgeben von vielen Christen, die in dem Moment alle für ihn beteten. Wir riefen auf sein Bitten hin den Sieg Jesu über ihm aus. Wir sprachen ihn im Namen Jesu los von seinen unheilvollen Bindungen und warfen die Dämonen in Jesu Namen hinaus, so, wie der Herr es in Markus 16,17 gesagt hat.

Ryan legte ihm auch die Hände auf die Knie, die etwas steif waren und ihm so entsetzlich weh taten und es wurde besser mit ihm. Der Mann pries den Herrn und dankte Jesus für das, was mit ihm geschehen war. Von vielen vom Team weiß ich, dass ihr Herz in diesem Moment auch voll Dankbarkeit und Freude war für diesen befreiten Menschen. Nach dem Gottesdienst sagte uns der Mann, dass er sich verändert fühlt und sehr dankbar ist. Er ging in die Kirche hinein, fiel vor dem Altar auf die Knie, die er noch eine halbe Stunde zuvor nicht beugen konnte und schüttete sein Herz Jesus aus. Selten habe ich ein so ehrliches Gebet gehört. Glücklich verließ er mit mir zusammen wieder die Kirche und wir mischten uns ins Getümmel am Imbiss.

Evangelisation-Tag 4 - Mittwoch, den 8.8.:

Der letzte Abend war etwas besonders, da Ryan und Jillian nicht da waren. Sie waren in Guben und im Austausch kam Pastor Collin Smith, der Leiter des Teams aus Übersee, zu uns nach Forst. Collin kam mit seiner ganzen Familie und noch einer Schwester aus New York.

An diesem Abend waren fast alle 60 Stühle besetzt und zusätzlich standen und saßen Leute mit etwas Abstand in der Nähe und folgten dem Geschehen. Collin erzählte eine ziemlich lange Geschichte, in welcher ein Mann dachte, er könne durch eine List den Tod austricksen. Er hatte die Aufforderung bekommen, seine Sünden zu bereuen und sich auf den Tod vorzubereiten, aber wie gesagt, der Mann dachte nicht daran zu bereuen, sondern war der Meinung, er könne anstelle dessen den Tod einfach austricksen, so dass dieser ihn nicht holen kann. Nach der Geschichte machte Collin dann deutlich, dass es das klügste ist, reinen Tisch mit Gott zu machen und seine Vergebung anzunehmen, anstatt zu versuchen, wie auch immer, sich selbst zu erlösen.

Auch an diesem Abend waren Leute dazu aufgerufen, eine Entscheidung für Jesus zu treffen und für sich beten zu lassen. Es kamen mehrere Leute vor, alle mit dem Anliegen, für bestimmte Probleme zu beten. Collin sagte vor dem Gebet zu allen, dass wir jetzt gern für dieses oder jenes Problem beten können, dass das aber alles nichts nützt, wenn das Herz sich nicht Gott zuwendet. Selbst wenn wir im Gebet heute ein Problem lösen, so Collin, können morgen neue kommen. Durch alle Probleme hindurch aber hilft uns der Glaube an den Herrn Jesus Christus. Deshalb betete Collin dann auch für jeden für die nötige Herzensveränderung und für die Bereitschaft zum Glauben. 

Da die Gebetszeit sehr lange dauerte und die versammelte Gemeinde nicht mehr so richtig mit bekam, was eigentlich "da vorn" geschah, gingen einige dann schon. Die meisten blieben aber noch und viele halfen mit, alles wieder einzuräumen und in die Räume der OffenBar zu bringen.

Als ich gegen 23 Uhr nach Hause kam, waren Jillian und Ryan auch schon aus Guben zurück und wir hielten noch ein wenig Rückblick über die 4 erlebnisreichen Tage, die nun hinter uns lagen.

  • Öffnungszeiten:

    Freitag: 17 - 19 Uhr

    Samstag: 17 - 21 Uhr

     

  • Freitags 17 - 19 Uhr

    SpielBar

    ... ist so manches (kommt vorbei und spielt mit !!!)


    jeden Sonntag 19:30 Uhr

    Gebet für die Stadt

    jeder ist eingeladen, mit  uns gemeinsam für Forst zu beten.


    jeden 3.Samstag im Monat

    19:30 Uhr

    Lobpreisabend

    Gott mit Lob- und Anbetungsliedern feiern, mit IHM reden und auf sein Wort hören.


    jeden 1. Sonntag im Monat

    19:30 Uhr

    Taizé-Andacht

    meditative Atmosphäre, Gesänge aus Taizé, Gebet für die Stadt und in der Stille auf Gottes Stimme hören